40 Stunden für 400 Euro Praktika und Volontariate im Medienbereich erfordern Nervenstärke

Nach meinem Studium Medienmanagement habe ich mich erst mal für ein Praktikum entschieden. Ich wollte arbeiten, war besonders motiviert und wollte auf der Suche nach dem Traumjob keine Zeit vergehen lassen. Die Euphorie hat sich bei mir bald in Frust gewandelt. Beim Vorstellungsgespräch für ein Praktikum bei einem führenden deutschen Medienkonzern hat man mir dann gleich die Angst entgegen gebracht, ich könne nach kurzer Zeit einen „richtigen“ Job finden. Dennoch wurde ich eingestellt unter dem Vorwand, dass die Abteilung ständig wachsen würde und meine Chancen sehr gut stünden nach 6 Monaten übernommen zu werden. Da es sich um ein äußerst erfolgreiches Unternehmen handelt, war ich so naiv dies auch noch zu glauben.

Mitte Jänner habe ich also voller Vorfreude auf meinen zukünftigen Job das Praktikum begonnen. 40 Stunden in der Woche für 400 Euro monatlich. Besser als nichts, allerdings bei den Mietpreisen in München eigentlich so gut wie nichts. Nach knapp 2 Monaten kam dann das heiß ersehnte Jobangebot- allerdings in einem anderen Unternehmen. Ein Volontariat auf 2 Jahre befristet. Wieder nur ein Volontariat, keine Fixanstellung. Aber immerhin besser als ein Praktikum. Die nächsten 2 Jahre müsste ich mir also keine Sorgen um Arbeit machen. Mittlerweile war mir klar, dass man mich bei dem Medienkonzern, in dem ich mein Praktikum machte, nicht einstellen würde. Nachdem ich an allen möglichen Bewerbungsrunden für einen möglichen Einstieg teilgenommen und nächtelang Projekte fertig gemacht hatte (alles um zu testen, ob ich für eine mögliche Mitarbeit geeignet wäre) und ich so eigentlich bei weitem mehr als nötig gearbeitet hatte, ließ man mich warten. Aus den Unternehmensreihen erfuhr ich mittlerweile schon, dass nie Praktikanten eingestellt würden. Weder vor mir, noch nach mir und dass auch die Abteilung nicht vergrößert werde. So wie es mir ein ehemaliger Praktikant gleich am ersten Tag prophezeit hatte. Ich kündigte und wollte mein Volontariat antreten.

Von diesem Moment an, war das Praktikum der reinste Horror. Eine Kollegin grüßte mich nicht mehr aus Wut über meinen Praktikumsabbruch. Schließlich erhielt ich ein Zeugnis, das ich nicht einmal mit meinen Bewerbungen mitschicken kann. Schlechte Beurteilungen für sehr engagierte Praktikanten, die eigentlich Absolventen sind. Dafür, dass ich fast 4 Monate gearbeitet habe und man mir eine mögliche Anstellung vorgaukelte. Natürlich fragte ich nach, wollte wissen, warum die Noten so schlecht seien. „Ich solle doch zufrieden sein, ich sei eben nicht besser gewesen,“ sagte man mir. Zu meinem Pech, habe ich dann auch noch eine Absage für das Volontariat bekommen. Die Firma hat einen großen Kunden verloren und ist in Konkurs gegangen. Da steh ich nun, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor.
Jennifer, Master Medienmanagement, Tirol

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